Höhlenforscher sollten über den Beitritt zum Bergungskosten-Solidaritätsfonds des VdHK nachdenken.
Seit 1974 wird das Höhlenkataster 3 (Rheinland-Pfalz und Saarland) in unserer Gruppe geführt.
Zur Dokumentation der Höhlen gehören Beschreibung, Plan, Fotos, Befahrungsberichte sowie geologische, chemische und biologische Untersuchungen.
Um 1978 wurden die in den 1900er Jahren in der Literatur beschriebenen röhrenförmigen Höhlen am Rothenborn gefunden. Seither wird dieser bislang unbekannte Höhlentyp von der Höhlenforschergruppe Karlsruhe erforscht und dokumentiert.
Seit 30 Jahren werden Höhlenbildungen im pfälzischen Buntsandstein systematisch von uns erfasst. Die Hohlraumbildung geht von leicht ausräumbaren Schichten aus. Sie führt, örtlichen Bedingungen folgend, zu breiten, flachen Formen (= Felsdächer) oder aber schmalen, tiefen Formen der Ausräumung (= Kleinhöhlen). Die Objekte sind geologisch relativ jung, meist nur einige 1000 Jahre alt und weniger haltbar als Vergleichbares im Kalk. Deshalb sind große Felsdächer und lange Höhlen selten. In der Sandsteinverwitterung wird, anders als im Kalk, meist nur das Bindemittel gelöst. Die Sandkörner müssen dann mechanisch aus dem Hohlraum transportiert werden.
Der Studerbildschacht gehört mit mehr als 50 Metern Tiefe zu den tiefsten natürlichen Schächten im Sandstein.
Die Höhle entstand durch die besonderen tektonischen Verhältnisse im Bereich des Oberrheingrabens. Dies steht im Gegensatz zu der Bildung der klassischen Karsthöhlen, die ihre Existenz überwiegend der Korrosion verdanken.
Unter zahlreichen Felsdächern finden sich bis 60 cm lange Rillen mit V-förmigem Querschnitt. Es handelt sich um künstlich hergestellte Wetzrillen.
Weiter: wetzrillen.pdf
Die historische Wasserversorgung der Burgen und Gemeinden im Sandstein der Pfalz, der Vogesen und auch des Odenwalds ist seit vielen Jahren Gegenstand unserer Forschungen. Die erforschten Brunnenschächte, Wassersammel- und -fortleitungsstollen, Gänge und Kellersysteme werden fotografiert, vermessen und gezeichnet.
Wir beschäftigen uns auch mit der Erkundung und Vermessung historischer Eiskeller in Karlsruhe/Durlach.
In Ansätzen wurden Karsterscheinungen im Kraichgau, zwischen Karlsruhe und Pforzheim untersucht, so das Neue Eisinger Loch kurz nach seinem Einbruch, die Dolinenfelder bei Göbrichen und Stein. Mangels Beharrlichkeit blieb die Dokumentation in den Anfängen stecken, Potenzial ist vorhanden. Auch hier wurden durch Baumaßnahmen und Landwirtschaft manche Spuren zerstört.
Die Stadt Stromberg im Hunsrück liegt im Zentrum einer Kalklinse, entstanden aus einer von zahlreichen Inseln des Devonmeers. Hier kam es zu tief reichenden Verkarstungen. Durch Steinbrüche wurden mehrere Höhlen angeschnitten. Die längste dieser Höhlen liegt im Bogert'schen Steinbruch und wurde bislang auf knapp 400 Meter Länge vermessen.
Die Schallsinger Höhle (Markgräfler Land, Südschwarzwald) wurde um 1940 in einem Steinbruch angeschnitten und war bis zu einem Verbruch auf etwa 20 Meter Länge befahrbar. Die Dokumentation der Höhle wurde in den 1980er Jahren von unserer Gruppe mit der Öffnung des Verbruchs begonnen. Heute forschen die Speläologischen Trogloxene, Markgräflerland in dieser oft recht engen Höhle, die überaus reich an Sinterschmuck ist.
Im Mai 1988 wurde von Mitgliedern des Vereins der Höhlenforscher Berner Oberland (VHBO) und der HFG-Karlsruhe sowie von Höhlenforschern aus Iserlohn im Sägistal die Internationale speläologische Arbeitsgruppe alpiner Karst ISAAK gegründet. Dieser Zusammenschluss von Hobbyforschern hatte sich zum Ziel gesetzt, durch Forschungslager während der schneefreien Zeit in den Sommermonaten in alpinen Karstregionen der Schweiz nach Höhlen zu suchen, diese zu vermessen und zu dokumentieren. Die Arbeitsgebiete liegen in der Gegend um den Brienzer und Thuner See. Inzwischen sind von deutscher Seite nur noch die Karlsruher dabei.
Im August 1986 wurde unter Leitung von Dr. Engels (Amt für Vor- und Frühgeschichte Speyer) in der Kanzelfelsenhöhle an der Totenkopfstraße (Katasternummer 6614 / 26) eine dreitägige Suchgrabung durchgeführt. Gefunden wurden frühneuzeitliche Reste. Eventuell ältere Funde liegen unter einem massiven Deckenbruch in diesem Felsdach.
Gruppenmitglieder beteiligten sich zwischen 1980 und 1989 an der Ausgrabung einer mesolithischen Station in der Weidenthalhöhle bei Wilgartswiesen/Pfälzerwald. Die Grabung wurde von der Uni Köln durchgeführt, die Ergebinisse wurden 1992 publiziert (Erwin CZIESLA: Jäger und Sammler, Die mittlere Steinzeit im Landkreis Pirmasens, ISBN 3-929290-01-4).
Im Juni 1990 wurde im Zusammenwirken mit dem Landeskonservatoramt Saarbrücken in der Kleinen Eichertsfelsenhöhle (Katasternummer 6708 / 03) beim saarländischen Stankt Ingbert-Oberwürzbach gelegen, ein Suchschnitt bis auf den 2 Meter unter dem derzeitigen Bodenniveau liegenden Fels angelegt. In der zweiwöchigen Grabung wurden an der Sohle der Grabung Funde aus dem 13. Jahrhundert freigelegt.
Im August 1999 wurde in einem zusammengebrochenen, verfüllten Kellergewölbe eines Hauses im Klosterbezirk von Hornbach (Pfalz) gegraben und dabei zahlreiche Funde aus dem Mittelalter gemacht. Nach vier Tagen mußte die Grabung aus Sicherheitsgründen allerdings abgebrochen werden, da das Kellergewölbe bei einem Brand im 17.Jahrhundert von Dachbalken erheblich beschädigt worden war.
Mit dem geplanten Ausbau der Erzgrube Nothweiler zum Schaubergwerk begann 1976 die Arbeit im pfälzischen Altbergbau. Später wurden die Obere Grube und der Tiefe Stollen untersucht. Ab 1993 wurden die Forschungen auf den elsässischen Teil des Erzganges erweitert. Die Vermessungs- und Dokumentationsarbeiten dauern an. Weiter werden Gruben im Donnersberg bei Imsbach und im Landsberg bei Obermoschel untersucht.
Bei einigen der alten, wieder geöffneten Gruben wurden von uns auf eigene Kosten Fledermaustore in die Eingangsbereiche eingebaut, um so den Naturschutz zu fördern und einen dauerhaften Zugang zu sichern.
Seit 1977 publiziert die HFG ihre Forschungsergebnisse in gebundener Form. Bisher sind 22 Hefte erschienen.